Mönchspfeffer
Mönchspfeffer/Vitex agnus-castus
Der Mönchspfefferstrauch im Heilkräutergarten am Dach der Apotheke steht in voller Blüte. Diese Heilpflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Zentralasien, fühlt sich aber mittlerweile auch in unserem Klima wohl.
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Diese Heilpflanze, die nicht nur Mönchspfeffer sondern auch Keuschlamm genannt wird, trägt diese deutschen Bezeichnungen bereits in ihrem lateinischen Namen. Finden wir im griechischen Wort agneuein die Übersetzungen wie „keusch sein“ oder „sich reinigen“, so steht das lateinische Wort agnus-castus für das keusche Lamm und verbindet damit Keuschheit und Reinheit mit dieser Heilpflanze.
Daher war es kein Wunder, dass die Früchte dieser Pflanze in den Klöstern in die Schlafplätze der Nonnen und Mönche eingearbeitet waren, um die Enthaltsamkeit und das Keuschheitsgelübde leichter leben zu können. Da die Früchte auch als scharf schmeckendes Gewürz Verwendung fanden, wurde die Wirkung für die Mönche über ihre Speisen verstärkt.
Der Mönchspfeffer ist eine Heilpflanze, die schon in der Antike als Heilmittel überaus geschätzt wurde, die einigen Göttern der Griechen zugeordnet war aber auch das Symbol der Keuschheit darstellte.
Medizinische Anwendung
Einige Wirkstoffe in der Heilpflanze sind Grundlage für wirksame Extrakte und Fertigprodukte, die in der Frauenheilkunde wertvolle Arzneimittel zur Senkung des Prolaktinspiegels darstellen und vorwiegend beim prämenstruellen Syndrom (PMS), die sich mit erhöhter Nervosität und Reizbarkeit, Stimmungsveränderungen, Kopfschmerzen oder Spannungsgefühl in den Brüsten ausdrücken können. Ebenso werden Extrakte bei zeitlich unregelmäßigen Monatsblutungen verordnet.
Die Entscheidung für die Gabe von Extrakten aus dem Mönchspfeffer sollte durch einen Arzt erfolgen. Meist wird eine regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen empfohlen.
In der Homöopathie ist Vitex agnus castus häufig in Komplexmitteln zu finden und gilt als Potenz steigernd.
Verwendete Pflanzenteile: die reifen, getrockneten Früchte
Wirkstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe
Wirkungen: Senkung eines erhöhten Prolaktinspiegels, Zyklusstabilisierung, Potenz steigernd
Verarbeitung: Flüssig- oder Trockenextrakt
